Wenn ein Hund nicht mehr ins Leben passt

Nicht immer sind es die ganz krassen Geschichten von Aussetzung, die einen als Tierfreundin bewegen und an der Menschlichkeit der eigenen Artgenossen zweifeln lassen.

So bei dieser Geschichte.

Ich hatte mal Nachbarn, die, als ich sie kennenlernte, mir wahnsinnig stolz von ihren tollen Hunden, zwei Französischen Bulldoggen erzählt haben. Das sind zwar keine Hunde, denen ich mein Herz schenken würde, aber jeder Hund hat was liebenswertes. Irgendwann kam ich dann dahinter, das die angebliche Begeisterung und Tierliebe nur verbal bzw. in Facebook ausgelebt wird. Bilder von den Schatzis, Gerede, was man denn alles für die beiden Tue etc.

Irgendwann war ich bei den beiden eingeladen und wunderte mich wo die Hunde seien. Da die Party draußen stattfand, dachte ich, die wären im Haus. Aber auch als nur noch vier, fünf Menschen da waren, drei davon selbst Hundebesitzer und eben die zwei Gastgeber, tauchten die Hunde nicht auf. Später hörte ich dann, das als wir gefeiert hatten, die Hunde eingesperrt in ihrer Transportbox waren. Angeblich auch wegen irgendeiner Lebensmittelallergie.

Ok, als noch zehn Leute da waren, hätte ich es verstanden, die Hunde wegzusperren, besser als eine allergische Reaktion. Meinetwegen auch ausnahmsweise für die paar Stunden in die Transportbox. Als aber nur noch andere Hundebesitzer da waren und die Party von Nahrungsaufnahme zu Flüssigkeitsvernichtung übergegangen war, hätte man uns dreien durchaus erklären können, das die Hunde nichts, aber auch wirklich nichts bekommen dürfen und hätte die für die verbleibenden drei Stunden aus der Box befreien können.

Später bekam ich dann raus, dass das ganze noch schlimmer ist, als ich dachte. Immer wenn Herrchen und Frauchen schlafen und auch wenn die beiden weg sind, kommen die Hunde in die Transportbox. Auch wenn man keine Lust hat, kommen die Hunde in die Box. Gassi geht man auch nicht mehr mit denen, die ziehen so (hm, Herrchen wiegt 130 Kilogramm, Frauchen 80 Kilogramm, wie sehr kann eine Französische Bulldogge denn bitte ziehen, das das aus dem Ruder gerät).

Ich frage dann mal nach, was das solle. Also Gassi geht man nicht, wegen dem ziehen und außerdem würden die Hunde gar nicht gerne rausgehen und selbst wenn, nach 30 Metern könnten die nicht mehr. Naklar, ich war auch mal länger krank, nach fünf Tagen war ich froh, wenn ich es die Treppe heraufgeschafft habe und müsste auch erst mal wieder Kondition aufbauen. Nix anders ist das bei den Hunden. Und das mit der Transportbox hätte die Tierärztin empfohlen.

Falls ich mal den Namen der Tierärztin rausbekommen sollte, werde ich persönlich vorbei gehen und sie Fragen, was denn bitte diese Empfehlung sollte.

Was lerne ich daraus: Hunde zum angeben haben, um mit ihnen in Facebook zu posieren ist toll. Hunde artgerecht halten ist anstrengend. Leute gibts…

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